2# zurück zu sich selbst

Manchmal ist der Schmerz so leise gewachsen, dass man ihn erst bemerkt, wenn er schon alles durchdringt. Wenn Videos von fremden Menschen plötzlich Tränen auslösen. Wenn Worte, die gar nicht an einen selbst gerichtet sind, mitten ins Herz treffen.

Wie konnte es so weit kommen? Wann ist aus einem kleinen Zweifel eine große Angst geworden? Wie hat sie sich so still und heimlich in jede Ecke des Inneren geschlichen- bis man das Gefühl hat, sie nie wieder loszuwerden?

Es gibt diese stillen Momente. Die Momente, in denen man sich fragt: Wird irgendwann alles wieder normal? Werde ich mich jemals wieder zu 100% wie ich selbst fühlen? Und weiß ich überhaupt noch, wer ich eigentlich bin?

Ängste über Ängste. Gedanken über Gedanken. Ein innerer Sturm, den kaum jemand sieht.

Und doch- tief in mir weiß ich „Es kann wieder normal werden“.

Nicht von heute auf morgen. Nicht, weil plötzlich alles leicht ist. Sondern weil Heilung beginnt, wenn man anfängt, an sich selbst zu arbeiten. Wenn man sich selbst nicht aufgibt. Wenn man- trotz allem- an sich glaubt.

Denn wenn man nicht an sich selbst glaubt, wer tut es dann?

Oft merkt man erst, wenn es einem schlecht geht, wer wirklich hinter einem steht. Viele wollen nur hören: „Mir geht es gut“. Sie wollen die Oberfläche. Nicht die echten Gefühle. Nicht die Tränen. Nicht die Unsicherheit.

Aber davon darf man sich nicht runterziehen lassen.

Warte nicht darauf, dass heute oder morgen jemand an dich glaubt. Warte nicht auf Bestätigung von außen.

Glaube an dich. An deine Stärke. An das, was du überstanden hast. An das, was du noch schaffen wirst.

Du bist nicht deine Angst.

Du bist nicht deine Verletzlichkeit.

Du bist ein Mensch im Wachstum.

Und vielleicht ist genau dieser Schmerz gerade der Anfang davon, dich selbst wiederzufinden.

-wenn die stille laut wird

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