Manchmal gibt es diese Tage, an denen einfach alles schwer ist.
Man steht auf und fühlt sich, als könnte man nichts von dem meistern, was man sich vorgenommen hat. Jeder kleine Schritt kostet Kraft. Die Gedanken sind laut. Die innere Unruhe ist da. Der Druck auch.
Wenn man mit Ängsten oder sogar einer Angststörung zu tun hat, fühlt sich selbst der Alltag manchmal überwältigend an.
Und man fragt sich: „Warum ist mein Kopf so laut?“ „Wie kann ich meine Angst überwinden?“ „Wird diese innere Anspannung jemals weniger?“
Und dann kommt ein Tag wie heute.
Ich stehe auf und da ist keine Anspannung. Kein Ziehen in der Brust. Kein Funken Angst. Keine unterschwellige Panik.
Alles fühlt sich frei an. Leicht. Selbstverständlich.
Ich gehe durch den Tag und merke: Es trägt mich. Fast den ganzen Tag lang.
Für jemanden, der lange mit Angst im Alltag gekämpft hat, ist das nicht selbstverständlich.
Diese Tage sind kostbar.
Denn vor zwei Jahren war ein „guter Tag“ für mich noch unvorstellbar.
Damals war ich so tief in meinen Ängsten gefangen, dass ich mir nicht vorstellen konnte, wie sich echte Leichtigkeit anfühlt. Meine mentale Gesundheit war ständig im Ausnahmezustand. Hoffnung war etwas, das andere hatten.
Ich googelte Dinge wie:
Angst loswerden
Was hilft bei Angststörung?
Therapie bei Angst sinnvoll?
Kann man Angst heilen?
Und heute- zwei Jahre später- gibt es sie.
Diese Tage, an denen sich alles einfacher anfühlt.
Es sind vielleicht noch einzelne Tage. Aber sie sind da.
Und das bedeutet alles.
Ich bin stolz, hier angekommen zu sein.
Auch wenn ich diesen Weg nicht allein gegangen bin.
Die richtige Therapie war ein Wendepunkt.
Der richtige Therapeut- das A und O. Jemand, dem man sich zu 100% öffnen kann. Jemand, bei dem man nicht stark sein muss.
Therapie bei Angst bedeutet nicht, schwach zu sein. Es bedeutet, Verantwortung für die eigene mentale Gesundheit zu übernehmen.
Aber auch selbst an sich arbeiten.
Eigenen Grenzen erkennen- und sie annehmen.
Sich Ruhe gönnen.
Trigger verstehen. Manchmal einfach nur weinen und alles rauslassen. Gefühle nicht länger unterdrücken. Denn unterdrückte Angst verschwindet nicht. Sie wird nur lauter.
Denn genau darin beginnt Heilung.
Heilung bedeutet nicht, dass jeder Tag angstfrei ist. Heilung bedeutet, dass die guten Tage langsam mehr werden. Dass Panikattacken seltener werden. Dass die innere Unruhe nicht mehr dauerhaft da ist. Dass Hoffnung wieder Raum bekommt.
Dass man merkt: Ich kann meine Angst überwinden. Schritt für Schritt.
Und wenn heute einer dieser Tage ist, dann halte ich ihn fest. Nicht aus Angst, dass er verschwindet- sondern aus Dankbarkeit, dass er da ist.
Denn die guten Tage zeigen mir: Heilung von Angst ist möglich.
-wenn die stille laut wird
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