Nach vielen Therapiesitzungen, Therapeutenwechseln und viel Frustration habe ich durch meinen jetzigen Therapeuten endlich verstanden:
Es geht nicht wirklich um das Essen.
Es geht um meine extreme Angst vor Kontrollverlust.
Und was symbolisiert mehr Kontrollverlust als der eigene Körper? Man kann ihn nicht vollständig steuern. Er reagiert. Er funktioniert. Er tut, was er tut.
Genau das macht mir Angst.
Diese Angst hat sich so sehr auf das Thema Essen projiziert, dass sie sich dort festgesetzt hat. Sie hat sich manifestiert.
Aber ich arbeite daran.
Hart.
Du bist nicht allein
Im Internet habe ich irgendwann gelesen, dass sehr viele Menschen unter genau dieser Angst leiden.
Ich wahr jahrelang überzeugt, ich sei die Einzige mit so einer „gestörten“ Angst. Ich habe mich geschämt. Mich unverstanden gefühlt.
Aber nein.
Da draußen gibt es so viele Menschen, denen es genauso geht.
Vielleicht liest du das gerade. Vielleicht erkennst du dich wieder.
Dann möchte ich dir eines sagen:
Du bist nicht allein. Wirklich nicht.
Ich- und tausende andere- kämpfen mit derselben Angst. Und wenn wir eines gemeinsam haben, dann das:
Wir geben nicht auf.
Wir sind nicht hoffnungslos.
Wir sind viele. Mehr, als man denkt.
Und auch wenn es sich manchmal nicht so anfühlt:
Angst kann laut sein. Aber sie ist nicht die Wahrheit.
Vielleicht wird die Angst nicht von heute auf morgen verschwinden. Vielleicht wird es noch schlechte Tage geben.
Aber ich habe gelernt: Nur weil sich etwas echt anfühlt, ist es nicht automatisch wahr.
Und jedes Mal, wenn ich trotzdem esse, trotzdem bleibe, trotzdem nicht flüchte,
Gewinne ich ein kleines Stück von mir zurück.
Heilung ist kein großer Sprung. Sie ist ein leises Trotzdem. Und ich werde weiter Trotzdem sagen. und du solltest das auch.
Diese Ängste hat uns viel genommen. Spontanität. Freiheit. Leichtigkeit.
Aber sie bekommen nicht unser ganzes Leben.
Wir sind nicht unsere Ängste. Wir sind nicht unsere Gedanken. Und wir sind stärker als dieses Gefühl von Kontrollverlust.
-wenn die stille laut wird
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